Vorwort
Dieser digitale Führer begleitet Sie beim Gang durch die Ausstellung. Sie sehen Bilder aus
Afghanistan, Bangladesch, Mauretanien, Rumänien, Sambia, Spanien, der Ukraine, Venezuela und
entlang der Fluchtrouten in Europa. Die 63 Bilder aus den Jahren 1996 bis 2026 zeigen, wie "Leben an
den Rändern" aussieht, wie Profitgier, Klimawandel und Krieg die Lebensgrundlagen von Menschen
zerstören. Sie erzählen aber auch, wie Menschen trotz dieser widrigen Umstände ein würdiges Leben
gestalten und solidarisch handeln.
Internationale Anerkennung fand diese künstlerische und politische Haltung, als Florian Bachmeier
im Frühjahr 2025 von World Press Photo der Preis für das beste Einzelfoto in der Kategorie Europa
verliehen wurde. Das Bild zeigt die sechsjährige Anhelina in Borschtschiwka nahe der Front in der
Ukraine. Die Jury von World Press Photo war beeindruckt davon, "wie es dem Fotografen gelang, ein
solch stilles Bild aufzunehmen, das gleichwohl den Betrachter veranlasst, innezuhalten und einen
Aspekt des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu bedenken, der ansonsten nicht ausreichend
berücksichtigt wird."
Florian Bachmeier sagt über seine Fotografien:
"Ich möchte Geschichten erzählen, die oft übersehen werden. Die Aufmerksamkeit der Betrachtenden möchte ich auf jene Menschen richten, die unter Ungerechtigkeit, Krieg und Umweltzerstörung leiden. Ihnen gilt mein Respekt, denn trotz widriger Umstände führen sie ein Leben in Würde und oft auch in Solidarität. Ich würde mir wünschen, dass das Publikum beim Betrachten meiner Fotografien Empathie für diese Menschen entwickelt und vielleicht auch ein gewisses Verantwortungsgefühl."
Beim Gang durch die Ausstellung kann man fünf thematische Linien in den Geschichten von
Afghanistan bis Venezuela erkennen: Gemeinschaft, Unterwegssein, Leben mit der Natur, Leben im
Krieg, Spiritualität.
Florian Bachmeiers Fotografien wurden in vielen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, aber
auch in Museen ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet. Er ist ein Grenzgänger zwischen
Journalismus und Kunst. "Mich fasziniert", so Kuratorin Mechtild Manus, "wie Florian Bachmeier als
Reporter die harte Wirklichkeit abbildet und gleichzeitig als Künstler mit Licht und Schatten, Nähe
und Tiefe seinen Fotografien eine herbe Schönheit verleiht."
Fotografie hat Florian Bachmeier (*1974, Tegernsee) in Pamplona (Spanien) studiert, danach Neue
und Neueste Geschichte in München. Er ist Mitglied beim "n-ost Network for Border Crossing
Journalism" und wird vertreten durch die Galerie Buchkunst Berlin.
Alle Bilder können Sie käuflich erwerben. An der Ausleihe liegt eine Preisliste.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Kuratorin Mechtild Manus:
0151-28818033
manus_schliersee@posteo.de
Mehr Informationen:
www.florianbachmeier.com
Afghanistan 2016
Malala, Sarhad-e-Broghil, Afghanistan, 2016
In die nordöstlichste Ecke von Afghanistan reist Florian Bachmeier 2016 im Auftrag des Magazins
Terra Mater. Im Dorf Sarhad-e-Broghil sieht er die 18-jährige Malala vom Volk der Wakhi, die sich am
Fenster lehnend von der bäuerlichen Arbeit ausruht. Ruhig und selbstbewusst schaut Malala den
Fotografen an. Ihr schmales Gesicht steht im Kontrast zu ihren kräftigen Händen. Das Sonnenlicht
fällt auf den bestickten Saum ihres Gewands. Was ist wohl aus ihr geworden?
Ohne Titel, Sarhad-e-Broghil, Afghanistan, 2016
Eine Nomadenfamilie nimmt in ihrer Jurte die Morgenmahlzeit ein. Im Wakhan-Korridor von
Afghanistan leben sesshafte Wakhi, die auf Terrassen im Tal Ackerbau betreiben, und
nomadisierende kirgisische Familien mit Sommerweiden im Pamirgebirge. In ihrer Bewegungsfreiheit
werden die Menschen von politischen Grenzen eingeschränkt, die sich auf den imperialistischen
Wettlauf zwischen dem Britischen Empire und dem Russischen Zarenreich zurückführen lassen.
Heute begrenzen Tadschikistan, Pakistan und China die afghanische Bergregion.
Hadidja, Sarhad-e-Broghil, Afghanistan, 2016
Hadidja in kirgisischer Tracht.
Broghil-Pass, Sarhad-e-Broghil, Afghanistan, 2016
Über diesen Saumweg ziehen die Nomadinnen und Nomaden im Sommer mit ihren Tieren zu den
Weideplätzen. In seinem Gedicht „Lebenslauf“ preist der Dichter Friedrich Hölderlin im Jahr 1800 des
Menschen „Freiheit, aufzubrechen, wohin er will.“ Allerdings wird diese Freiheit den meisten
Menschen nur sehr eingeschränkt zugestanden. Menschen in Afghanistan etwa dürfen nur in 28
Länder ohne Visum reisen. Kein einziges europäisches Land zählt dazu. Von den 8,2 Milliarden
Menschen weltweit genießen die Deutschen dagegen die viertgrößte Bewegungsfreiheit: In 185
Länder dürfen sie problemlos einreisen.
Weiterziehen, Sarhad-e-Broghil, Afghanistan, 2016
Die kirgisische Familie hat die Jurte abgebaut. In Kürze verlädt sie ihren Hausstand auf die Maultiere,
um zu einem neuen Weideplatz aufzubrechen.
Dorfschule, Potokh, Afghanistan, 2016
Diese Schule war 2016 noch gleichermaßen für Mädchen und Jungen offen. Seit dem Abzug der
NATO-Truppen 2021 herrschen wieder die Taliban in Afghanistan. Entwicklungsnetzwerke, wie etwa
das Aga Khan Development Network, mussten ihre Tätigkeit einschränken. Wie ist die Situation wohl
heute in der Schule von Potokh? Gibt es diese Schule überhaupt noch?
Ohne Titel, Khas Dej, Afghanistan, 2016
Dieser Schäfer in Khas Dej stärkt sich, wie jeden Morgen, mit salzigem Milchtee und trockenem
Fladenbrot, bevor er mit den Tieren loszieht.
Ukraine 2014–2026
Anhelina, Borschtschiwka, Ukraine, 2024
Seit 2012 reist Florian Bachmeier jedes Jahr mehrmals in die Ukraine, im März 2026 etwa in das
Gebiet von Charkiw. Er dokumentierte 2014 die Annexion der Krim, die Auswirkungen der Kämpfe im
Donbass auf die Zivilbevölkerung und seit dem 24. Februar 2022 die Vollinvasion der Ukraine durch
Russland.
Die folgenden Bilder zeigen das Leben an der Front, wo viele Dörfer nahezu verlassen sind. Die
wenigen Menschen, die geblieben sind, haben oft keine andere Wahl. Alte und kranke Menschen
können nicht fliehen, und diejenigen, die noch mobil sind, fürchten, ihre letzten Habseligkeiten zu
verlieren, wenn sie gehen. Die Menschen leben in ständiger Lebensgefahr, in Angst vor Beschuss, vor
Entführung und Folter, doch der Verlust ihrer Heimat scheint für sie der größte Albtraum zu sein. Die
tägliche Realität dieser Menschen ist geprägt von Unsicherheit, doch auch von einem erstaunlichen
Mut und einer tiefen Verwurzelung in ihrer Heimat.
Die sechsjährige Anhelina lebt bei ihrer Großmutter in Borschtschiwka. Sie ist traumatisiert vom
ständigen Beschuss, leidet unter Panikattacken. Dieses Foto erschien zuerst im Amnesty Magazin.
2025 gewann Florian Bachmeier damit einen World Press Photo Award. Es beeindruckte die Jury,
"wie es dem Fotografen gelang, ein solch stilles Bild aufzunehmen, das gleichwohl den Betrachter
veranlasst, innezuhalten und einen Aspekt des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu bedenken, der
ansonsten nicht ausreichend berücksichtigt wird."
Vermintes Feld, Marinka, Ukraine, 2016
Im winterlichen Morgengrauen liegt ein stiller Glanz über dem Minenfeld in der Nähe von Marinka.
Der Schnee dämpft den Krieg, verleiht der Landschaft einen trügerischen Schein von Schönheit. Doch
unter der Oberfläche lauert der Tod. Eine verwundete Landschaft im Osten der Ukraine – vermint,
verbrannt, entvölkert. Der Krieg schreibt sich in die Erde ein.
Epiphania I, Nowohryhoriwka, Ukraine, 2023
Trotz des Krieges halten viele Menschen an ihren religiösen Ritualen fest. Vielleicht geben diese
Traditionen ihnen Halt, wenn alles um sie herum zusammenbricht? Die Wasserweihe an Epiphania ist
eine solche Tradition. Sie beschließt die orthodoxe Weihnachtszeit.
Im Mai 2022 war die Bevölkerung des Dorfes Nowohryhoriwka beim Herannahen der russischen
Armee evakuiert worden. Das Dorf wurde bei den Kämpfen völlig zerstört. Neun Monate später, nach
der Rückeroberung durch die Ukraine, sind einige Menschen zurückgekehrt, um ihre Häuser wieder
bewohnbar zu machen. Die Gläubigen versammeln sich in der zerstörten Kirche zum Gottesdienst
mit Wasserweihe.
Epiphania II, Nowohryhoriwka, Ukraine, 2023
Zwischen Schutt und verbranntem Holz markiert die Wasserweihe einen neuen Anfang. Aus dieser
Tasse haben die Gläubigen das geweihte Wasser getrunken. Das stille Glitzern des gesegneten
Wassers erscheint wie ein Sinnbild des leisen Versuchs, Ordnung in die Verwüstung zu bringen.
Ohne Titel, Saporischschja, Ukraine, 2022
Seit sieben Tagen ist diese junge Frau aus Cherson zusammen mit anderen in zwei Kleinbussen auf
der Flucht. Sie waren zwischen die Fronten geraten. Die Russen ließen sie nicht auf ukrainisch
kontrolliertes Gebiet, inszenierten sogar eine Scheinhinrichtung, um die Menschen einzuschüchtern.
Schließlich erlaubten sie die Überquerung der Front in das ukrainisch kontrollierte Gebiet bei
Saporischschja. Dort auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums entstand das Foto. Es wurde 2022
von Pressefoto Bayern mit dem 1. Preis in der Kategorie Europa ausgezeichnet.
Internationaler Frauentag, Trjochisbenka, Ukraine, 2019
Zu den stärkenden Traditionen im Krieg gehört der Internationale Frauentag am 8. März. Im Dom
Kultury (Kulturhaus) schauen sich die Frauen eine Folklore-Aufführung an. Später essen sie
gemeinsam. Jede hat etwas mitgebracht.
Tatjana, Trjochisbenka, Ukraine, 2019
Tatjana hat 2014 in Luhansk durch eine Granate eine Tochter und ein Bein verloren. Sie war mit einer
ihrer drei Töchter auf dem Weg zur Krankenstation, als heftiger Beschuss einsetzte. Vom Tod ihrer
Tochter erfuhr sie erst neun Tage nach dem Angriff im Krankenhaus.
Tanya, Voloska Balakliia, Ukraine, 2024
Die gehörlose Tanya, 35, lebt mit ihrer Tochter Polja, 3 Monate, und einem weiteren Kind an der
Front. Wegen der Kämpfe hatte Tanya ihr eigenes Haus verlassen. In einem nahegelegenen Dorf fand
sie Zuflucht bei einer Bauernfamilie.
Sascha und Lisa, Marinka, Ukraine, 2016
Sascha (20) und Lisa (17) bleiben in ihrem teilweise zerstörten Haus an der Front im Donbass. Nach
Beginn der Kämpfe 2014 ging Saschas Mutter weiterhin zur Arbeit im damals von Separatisten
kontrollierten Gebiet. Nach wenigen Tagen wurde sie auf dem Weg von einer Granate zerfetzt.
Sascha möchte sich keiner Seite anschließen und sein Haus nicht mehr verlassen, solange der Krieg
andauert.
Pavel Latsyba, Butscha, Ukraine, 2022
Noch sind nicht alle Opfer des Massakers von Butscha begraben. Pavel Latsyba spricht von
mindestens 600 Toten. Der verletzte Soldat hat gerade für einen gefallenen Kameraden ein Grab
ausgehoben. Er selbst wurde angeschossen, als er Wasser holen ging. Die Kugel steckt noch in seiner
Bauchdecke und kann in der gegenwärtigen Situation nicht entfernt werden.
Viktoria, Charkiw, Ukraine, 2026
Viktoria trägt an einem Band eine kleine Pfeife. Diese ist überlebenswichtig. Falls Viktoria bei einem
Bombenangriff verschüttet wird, kann sie so auf sich aufmerksam machen. Florian Bachmeier war im
März 2026 mit einer Hilfsorganisation unterwegs, die drei Rettungswagen und ein Feuerwehrauto in
die Ostukraine in die Nähe der Front transportierte. Am 12. März begegnete er Viktoria in der
Charkiwer Akademika Proskury Straße, als sie in Plastiktüten das aus ihrer Wohnung rettete, was
noch zu gebrauchen war. Wenige Tage vorher war ihre Wohnung durch einen Bombenangriff auf das
Nachbarhaus so schwer beschädigt worden, dass sie nun unbewohnbar ist. Viktoria ist vorerst bei
einer Nachbarin untergekommen.
Katya mit Yuliia, Voskresenivka, Ukraine, 2026
In dem Dorf Voskresenivka lernt der Fotograf eine Familie kennen, die schon fünf Mal flüchten
musste. Besonders schwer ist das für die sechsjährige Yuliia. Sie hat Trisomie 21. Kinder mit
Behinderungen leiden besonders stark unter den abrupten Veränderungen der Flucht. Sie können
auch nicht gefördert werden wie in Friedenszeiten. Die 15-jährige Katya kümmert sich liebevoll um
ihre kleine Schwester.
Epiphania III, Wylkowe, Ukraine, 2014
Im Südwesten grenzt die Ukraine an Rumänien und das Donau-Delta. Im Dorf Wylkowe wird
Epiphania gefeiert. Zur Erinnerung an Jesu Taufe im Jordan werden Wasser und Brot geweiht. Die
beiden Mädchen nehmen geweihtes Brot für die ganze Familie mit.
Nachdem die Donau auf 2800 Kilometern durch zehn Länder geflossen ist, mündet sie mit dem
Donau-Delta an der Grenze von Ukraine und Rumänien in einer einzigartigen und unzugänglichen
Landschaft in das Schwarze Meer. In dieser abgeschiedenen Welt der Holzboote, Schilfhütten und
Fischerdörfer sind Glaube und Spiritualität ein wichtiger Anker im Alltag. Das Donau-Delta ist eine
Welt der Armut und der Rückständigkeit, aber auch eine magische Welt, unstet, nicht zu greifen oder
zu begreifen.
Rumänien 2014–2025
Fähre, Mila 23, Rumänien, 2017
Ohne Boot kann man sich im weit verzweigten Donau-Delta kaum fortbewegen. Diese Fähre
transportiert Personen, Tiere und Güter. Im harten Winter wird sie zur Lebensader zwischen den
Dörfern des Deltas.
Ramona und Matias Dumitrache, Cilia Veche, Rumänien, 2025
Viele Menschen verlassen das Donau-Delta auf der Suche nach Arbeit. Kleine Kinder bleiben zurück
bei den Großeltern, größere leben in Internaten. Viele Frauen sind alleinerziehend wie Ramona
Dumitrache.
Florian Bachmeier reist fast jedes Jahr in das Donau-Delta. Einige Familien und einzelne Menschen
hat er über Jahre begleitet und immer wieder fotografiert. Für ihn ist das Donau-Delta ein ökologisch
und gesellschaftlich gefährdeter Raum. Folgen des Klimawandels und gesellschaftliche Umbrüche
treffen aufeinander. Wie in einem Brennglas kann man hier die drängenden globalen Probleme
unserer Zeit erleben: Umweltzerstörung, Migration und soziale Ungleichheit.
Canalul Sulimanca, Letea, Rumänien, 2025
Das Donau-Delta mit seinen vielen Kanälen ist geprägt von einer unwirklichen, flirrenden Schönheit.
Seit 1992 gilt der größere rumänische Teil und seit 1998 der kleinere ukrainische Teil des Donau-
Deltas als UNESCO-Biosphärenreservat und als Weltnaturerbe. Das Donau-Delta ist elfmal so groß
wie der Bodensee und das zweitgrößte Flussdelta in Europa. Die schwimmenden Inseln und die
weltweit größte Schilffläche funktionieren wie ein Filter. Sie reinigen das Donauwasser, bevor es ins
Schwarze Meer fließt. Auf den Inseln im Delta leben 2200 freilaufende Pferde, die größte Population
in Europa. Außerdem wurden 4000 andere Tierarten dokumentiert, darunter rote Pelikane,
Lachmöwen und Kormorane.
Ion, Chilia Veche, Rumänien, 2017
Im Donau-Delta treffen orthodoxe Christen, Katholiken, Protestanten, Altgläubige russischer
Herkunft, wie der Priester Ion, und andere Glaubensrichtungen aufeinander. Die Geistlichen leben
von den Zuwendungen der Gläubigen.
Kirchweih, Sulina, Rumänien, 2014
Zur Kirchweih gestalten die Menschen gemeinsam ein Buffet. Alle sind aufeinander angewiesen,
Traditionen und Rituale stiften Gemeinschaft. Die Bevölkerungsdichte ist hier am östlichsten Rand
der Europäischen Union mit 3,5 Personen pro Quadratkilometer so niedrig wie sonst nirgends. Man
unterstützt sich gegenseitig mit Lebensmitteln, bei der Kinderbetreuung, bei Krankheit.
Bangladesch 2018
Wildbienen, Banishanta, Bangladesch, 2018
In Banishanta, im Südwesten von Bangladesch befindet sich der größte Mangrovenwald der Welt. Ein
Mann sammelt dort den Honig von Wildbienen. Nur ein einfaches Netz über dem Kopf schützt ihn.
Der übrige Körper des Honigsammlers ist den Wildbienen ungeschützt ausgesetzt. Im Rauch
verschmilzt der Körper des Honigsammlers geradezu mit den Wildbienen. Diese befördern durch
Bestäubung das Wachstum der Mangroven. Der dort gewonnene Honig hat eine dunkle Farbe und
bei aller Süße auch eine salzige Note. Er ist reich an Antioxidantien, wirkt antibakteriell und antiviral.
Der Honig aus den Mangrovenwäldern ist ein entscheidender Teil des Einkommens der Menschen
hier. Deshalb trotzen sie auch der Gefahr durch den bengalischen Tiger.
Ohne Titel, Banishanta, Bangladesch, 2018
Im Ganges-Brahmaputra-Meghna-Delta von Bangladesch, wo wegen des Klimawandels das Wasser
immer stärker das Land erobert, sehen wir einen Fischer. Er watet ins trübe Wasser und wirft sein
Netz aus. Er fängt Garnelen für Zuchtfarmen, ein wichtiger, aber ökologisch problematischer Teil der
lokalen Wirtschaft.
Ohne Titel, Mongla, Bangladesch, 2018
Fisch ist die wichtigste Proteinquelle für die Menschen. Noch reicht das, was die Natur den Fischern
gewährt, fürs Überleben. Doch Überfischung, Versalzung und Zyklone reduzieren die Erträge immer
mehr.
Damm, Mongla, Bangladesch, 2018
Der Damm schützt die Menschen und ihre Siedlungen vor dem steigenden Meeresspiegel.
In Bangladesch ergießen sich Ganges, Brahmaputra und Meghna in den Golf von Bengalen. Auf ihrem
Weg verzweigen sich die Ströme und bilden ein Delta mit großen Lagunen und Inseln. An deren Ufern
erstrecken sich die größten Mangrovenwälder der Welt. Die Menschen in Bangladesch nennen sie
Sundarbans, die „schönen Wälder“. Die Sundarbans bilden eine entrückte und unzugängliche Welt.
Die UNESCO hat dieses einzigartige und artenreiche Gebiet 1987 zum Weltnaturerbe und 2001 zum
Biosphärenreservat erklärt. Die illegale Rodung weiter Waldflächen, die Versalzung der Böden durch
die Aquakulturen der Garnelenfarmen, Umweltverschmutzung, Tropenstürme und der ständig
steigende Meeresspiegel gestalten das Überleben der Menschen immer schwieriger.
Ahmed, Mongla, Bangladesch, 2018
Durch das Flechtwerk der Hütte und einen dünnen Stoffvorhang mit Blumen fällt das Sonnenlicht auf
einen jungen Mann in weißem Gewand, mit heller Gebetskappe und niedergeschlagenen Augen.
Ahmed, ein angehender Imam, nimmt aber keine Gebetshaltung ein, sondern sitzt auf dem Boden
der Fischerhütte. Auf dem ausgestreckten linken Handgelenk sitzt eine Taube und in seinem Nacken
flattert eine zweite, geschützt von der erhobenen gespreizten rechten Hand. Ein heutiger
muslimischer Franziskus, den die Verschmutzung des Brunnenwassers beunruhigt, auf die er den
Leberkrebs seiner Mutter zurückführt.
Poppy, Banishanta, Bangladesch, 2018
In einem der ältesten Bordell-Dörfer lebt die Prostituierte Poppy. Mit Booten kommen die Freier vom
Festland. Prostituierte wie Poppy leben hier in einer Gemeinschaft zusammen mit ihren Kindern,
denen sie Bildung und einen Beruf ermöglichen wollen.
Venezuela 2019
Am Mausoleum von Ismael Sanchez, Caracas, Venezuela, 2019
Durch die Entführung von Präsident Maduro und zahlreiche Angriffe auf Schiffe durch die Vereinigten
Staaten von Amerika ist Venezuela momentan stärker im Fokus als in den letzten Jahren. In der Krise
steckt das Land aber schon seit Längerem. Florian Bachmeier reiste 2019 in das karibische Land, um
das Leben der Menschen dort zu dokumentieren. Nach seiner Rückkehr druckte die österreichische
Zeitschrift Profil einige dieser Bilder ab.
Stolz präsentiert sich dieser junge Mann mit Tätowierungen auf dem Oberarm vor dem Mausoleum
von Ismael Sanchez auf dem Südfriedhof von Caracas. Einer lokalen Legende zufolge war Ismael
Sanchez eine Art Robin Hood, der die Reichen bestahl und die Armen beschenkte. Er wird als einer
der Heiligen Ganoven (Santos Malandros) des María Lionza Kultes verehrt. Diese Heiligen schützen
vor Kriminalität, aber sie helfen auch bei kriminellen Aktionen. In einem Land mit jährlich
durchschnittlich 14.000 Morden reflektiert die Verehrung dieser Heiligen sowohl die Hoffnungen als
auch die Ängste der Menschen in Venezuela.
Psychiatrische Klinik Lidice, Caracas, Venezuela, 2019
Das Versprechen vom „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ wurde nicht eingelöst, Hoffnungen wurden
enttäuscht. Am stärksten leiden jene Menschen am Rand der Gesellschaft, denen es an Nahrung und
an Medikamenten mangelt. Dieser Patientin einer psychiatrischen Klinik wird kaum Pflege zuteil.
Das Krankenhaus aus den 1960er-Jahren war lange Zeit eine zentrale Einrichtung für psychiatrische
Langzeitpatient:innen aus Caracas und anderen Regionen von Venezuela. Früher hatte es
Werkstätten für Beschäftigungstherapie und eine relativ große Zahl von Ärzt:innen und
Pflegekräften. Heute kann das Krankenhaus noch nicht mal ausreichend Essen bereitstellen. Kranke
ohne unterstützende Familie sind von gelegentlichen Spenden und vom Wohlwollen des Personals
abhängig.
Psychiatrische Klinik Lidice, Caracas, Venezuela, 2019
Abgeblätterter Putz, die Fenster zu hoch zum Rausschauen, eine nackte Matratze. In einer Zelle, die
eher an ein Gefängnis als an eine Klinik erinnert, muss diese psychisch kranke Frau auf unbestimmte
Zeit leben: ein vergessener Körper in einem zusammenbrechenden System.
Javier Malave, Dulce Nombre de Jesùs de Petare, Miranda, Venezuela, 2019
Das Licht fällt nur auf das Gesicht dieses jungen Mannes. Sein Blick geht ins Nirgendwo. Die fest
umgebundene Bauchtasche enthält seinen wertvollsten Besitz. Kalte Farben, blau und grün,
beherrschen das Bild. Sie erzählen von der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung des jungen Mannes.
Mauretanien 2018
Fischfang, Nouadhibou, Mauretanien, 2018
Für das Magazin mare fotografierte Florian Bachmeier 2018 den neuen chinesischen Kolonialismus in
Mauretanien. Zwischen 300 und 400 Schiffe unter chinesischer Flagge holen so viele Sardinen aus
dem Atlantik, dass für die einheimischen Fischer nicht mehr viel bleibt. Am späten Nachmittag
treffen sie mit ihrem Fang ein, bringen die Sardinen in Säcken an Land und laden sie auf die Karren
der Händler. In den kleinen Küstendörfern leben zahlreiche Familien seit Generationen vom
traditionellen Küstenfischfang. Nach wie vor ist er für viele Menschen die wichtigste
Lebensgrundlage.
Ohne Titel, Nouadhibou, Mauretanien, 2018
In der Siedlung Cansadou leben vor allem Arbeiter des überwiegend staatlichen Eisenerzkonzerns
SNIM mit ihren Familien. Alle leiden unter dem durchdringenden Gestank von den nahen
Fischmehlfabriken. Ärzt:innen in Nouadhibou berichten, dass seit deren Bau deutlich mehr
Menschen mit Allergien, Bronchitis und Asthma in die Praxis kommen. Bei der Herstellung von
Fischmehl werden die Fische gekocht, getrocknet und zu Pulver gemahlen. Mit dem Rauch und
Feinstaub gelangen organische Partikel, Eiweißreste und chemische Nebenprodukte in die Luft.
Fischmehlproduktion, Nouadhibou, Mauretanien, 2018
Im Jahr werden 550.000 Tonnen Fisch zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet. Die gesamte Produktion
von 130.000 Tonnen wird exportiert. Außer kargen Löhnen bleibt den Einheimischen kein Gewinn.
Entlang der 600 Kilometer langen Atlantikküste befinden sich 30 Fabriken, neben den chinesischen
auch türkische, wie hier im Bild.
In den Gewässern vor Westafrika sind auch Fangschiffe aus EU-Ländern tätig. Zusammen mit dem
Kauf von chinesischem Fischmehl bekämpft die EU hier in Westafrika keine Fluchtursachen, sondern
fördert sie.
Ohne Titel, Nouadhibou, Mauretanien, 2018
Die große Zeit des Fischfangs ist vorbei. Scheich Muhammed Salim Biram verdient sich ab und zu
etwas mit der Reparatur von Netzen.
Menschen auf der Flucht in Südasien und in Europa 2016-2021
Samila mit ihrem Sohn, Kutupalong, Ukhia Upazila, Bangladesch, 2018
Die 25-jährige Samila ist abgemagert und kann ihren Sohn kaum stillen. Im August 2017 musste die
Rohingya aus Myanmar flüchten. Auf der Flucht starb ihr zweijähriges Kind.
Die Armee des buddhistischen Landes Myanmar hatte an den überwiegend muslimischen Rohingya
einen Völkermord verübt und ihre Dörfer zerstört. Fast eine Million Rohingya konnte ins Nachbarland
Bangladesch flüchten. Im Flüchtlingslager Kutupalong wurden allein 2018 über 16.000 Kinder
geboren.
Medresa Camp 5, Kutupalong, Ukhia Upazila, Bangladesch, 2018
Diese Kinder werden von Imam Abdul Rashid unterrichtet, der wie alle anderen hier im August 2017
aus Myanmar geflüchtet ist. Die Medresa dient auch als Moschee.
Anjuma Begun und Jannat Ara, Kutupalong. Ukhia Upazila, Bangladesch, 2018
Die beiden Waisenmädchen leiden unter Albträumen und Angstzuständen. Die Mutter war früh
verstorben, ihr Vater von der myanmarischen Armee getötet worden. Die elfjährige Jannat Ara
(rechts) wurde angeschossen. Erst im Flüchtlingslager konnte sie operiert werden. Auf der Flucht trug
sie ihr Onkel drei Tage und Nächte lang, bis die Familie die Grenze zu Bangladesch passiert hatte und
in Sicherheit war.
Ohne Titel, Idomeni, Griechenland, 2016
Nur langsam trocknen im Herbst die lebenswichtigen Decken im Flüchtlingslager. Seit Wochen
warten über 10.000 Menschen darauf, dass die Grenze nach Mazedonien (heute: Nordmazedonien)
und damit die Balkan-Route wieder geöffnet wird. In einem Hauptlager und verschiedenen kleinen
Nebenlagern in Idomeni herrschen menschenunwürdige Zustände. Die Flüchtlinge leben in äußerst
kleinen Zelten, die hygienischen Zustände sind katastrophal, Krankheiten grassieren, der
wochenlange Dauerregen verschärft die Situation.
Sabsali, Lesbos, Griechenland, 2017
Der erst 14-jährige Sabsali kommt aus Baglan, im Norden von Afghanistan. Am 5. März 2017 ist er mit
dem Boot auf der Insel Lesbos angekommen.
Ohne Titel, Idomeni, Griechenland, 2016
Eine syrische Mutter und ihre Kinder suchen nach Verwertbarem. Das Flüchtlingslager in Idomeni im
Norden Griechenlands an der Grenze zu Mazedonien ist durch mehrere Zäune aus Stacheldraht
gesichert.
Gestrandet, Idomeni, Griechenland, 2016
Diese syrische Mutter ist mit ihrem Sohn im Flüchtlingslager von Idomeni gestrandet. Sie weiß nicht,
wie lange sie dort bleiben muss und wie ihre Zukunft aussieht. Am 9. März 2016 schlossen
Mazedonien und weitere Staaten entlang der Balkan-Route die Grenzen. Dadurch konnten die
Flüchtlinge nicht weiterreisen nach West- und Nordeuropa.
Ohne Titel, Belgrad, Serbien, 2017
Der junge Mann hat es bis Belgrad geschafft. Ob er weiterkommt in Richtung Westeuropa, ist
ungewiss. Während der Wintermonate 2016 und 2017 suchen viele Flüchtlinge bei
Außentemperaturen von bis zu minus 15 Grad Zuflucht in unbeheizten Lagerhäusern ohne Toiletten
oder fließendes Wasser. Die unhygienischen Bedingungen führen zu Haut- und Virusinfektionen. Um
sich zu wärmen, verbrennen die Flüchtlinge alte Eisenbahnschwellen, Holz und Müll. Das führt zu
dichtem Rauch und zu Atemproblemen.
Mohammed Ashfaq, Šid, Serbien,2017
Mohammed Ashfaq ist 19 Jahre alt und kommt aus Pakistan. Schon 23-mal hat er versucht, vom
Flüchtlingslager Šid in Serbien nach Kroatien und damit in die Europäische Union zu gelangen. Die
Grenzpolizisten haben ihn misshandelt und ihm alles abgenommen, sogar das überlebenswichtige
Mobiltelefon.
Alae, Ceuta, Spanien, 2021
Der 16-jährige Alae bereitet sich in seiner provisorischen Unterkunft in der Ruine eines
Frauengefängnisses in Ceuta auf die Flucht vor. Kürzlich musste mit 18 Stichen eine Messerwunde
genäht werden, die ihm ein Unbekannter zugefügt hatte. Alae kommt aus Tetouan unweit der
marokkanischen Mittelmeerküste. Die historische Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und dient dem
marokkanischen König als Sommerresidenz. In Tetouan hat Alae für verschiedene Händler gearbeitet.
Eine Perspektive für sein weiteres Leben sieht er nur auf dem europäischen Festland.
Frühe Arbeiten aus Spanien, Sambia und Rumänien 1996-1998
Während seines Studiums der Fotografie an der Escuela de Artes y Oficios in Pamplona, Spanien,
entstanden diese Bilder in Schwarz-Weiß. Auf Reisen durch Mauretanien, Mali,
die Elfenbeinküste, Senegal, Burkina Faso, Sambia und Rumänien gestaltete Florian Bachmeier erste
Langzeitprojekte mit einem anthropologischen Fokus. In der Art einer teilnehmenden Beobachtung
verbrachte er viel Zeit mit den Menschen, die er fotografierte und teilte ihr Leben. In Spanien
interessierten ihn vor allem Volksfeste, religiöse Feste, Menschen am Rande der Gesellschaft und das
Leben an der Meerenge von Gibraltar. Stark beeinflusst war er in diesen Jahren von seinem Mentor,
dem spanischen Fotografen Koldo Chamorro (1949-2009). Von ihm lernte er, Geschichten zu
erzählen, die Widersprüche zwischen Tradition und Moderne ins Bild zu setzen, die
identitätsstiftende Qualität von Ritualen zu erkennen und in einem Bild zu erfassen.
Ohne Titel, Zahara de los Atunes, Spanien, 1996
Irreguläre Migration, vermehrter Schmuggel und Streit um die Souveränität von Gibraltar prägen in
den 1990er Jahren die Situation. Das führt zu sozialen Spannungen. Viele Menschen leben weiterhin
von Fischerei oder Saisonarbeit, aber einige junge Männer lassen sich von den hohen Gewinnen des
Schmuggels anziehen.
Ohne Titel, Andújar, Spanien, 1996
Trotz eines ersten Mechanisierungsschubs erfolgt die Olivenernte noch weitgehend manuell. In den
Wintermonaten arbeiten viele Gitanos (Roma) in Andalusien als Tagelöhner oder mit kurzfristigen
Arbeitsverträgen. Da die Arbeit nur für wenige Wochen im Jahr sicher ist, leben viele Familien in
einer äußerst prekären wirtschaftlichen Situation.
Ohne Titel, Arcos de la Frontera, Spanien, 1996
Am Karfreitag ziehen mehrere Bruderschaften durch die engen, steilen Gassen der Altstadt.
Ohne Titel, Andújar, Spanien, 1996
Prozession der Virgen de la Cabeza bei der gleichnamigen Wallfahrtskirche in Andalusien. In den
angespannten Gesichtern der Träger spiegelt sich das enorme Gewicht des Holzaufbaus. Neben der
Marienstatue sitzt ein Priester, reibt zugeworfene Kleidungsstücke an der Figur und wirft sie
sozusagen geheiligt zurück. Die Wallfahrtskirche hoch über Andújar war im Spanischen Bürgerkrieg
umkämpft und wurde von den Republikanern verteidigt.
María, La Línea de la Concepción, Spanien, 1996
María empfängt einen Freier in La Línea de la Concepción. Der Ort ist aufgrund seiner Nähe zu
Gibraltar schon immer ein Anziehungspunkt für Seeleute, Soldaten und Schmuggler. Viele
Prostituierte arbeiten damals in der Straßenprostitution, besonders in der Nähe der Zufahrten in
Richtung Grenze.
Ohne Titel, Tarifa, Spanien, 1996
Massengrab für ertrunkene Flüchtlinge: In den 1990er Jahren entwickelt sich die Meerenge von
Gibraltar zur Fluchtroute für Menschen aus Afrika, die nach Europa wollen. Besonders die Überfahrt
in den „pateras“ genannten kleinen Booten fordert zahlreiche Todesopfer. Die Bestattungen sind
schlicht: manchmal nur mit einer Nummer oder gar keiner Kennzeichnung. Es gibt noch keine
öffentliche Erinnerungskultur für diese Toten.
Ohne Titel, Málaga, Spanien, 1996
Die Haftzelle im ehemaligen Gefängnis Antigua Cárcel de Málaga zeigt die typische Ausstattung der
damaligen Zeit mit Betonwänden, vergittertem Fenster und einfacher Liege. An der Wand befindet
sich eine ältere religiöse Wandmalerei des gekreuzigten Christus. Zeitweise wurde die Zelle für die
kurzfristige Verwahrung von aufgegriffenen Flüchtlingen genutzt.
Marianne, Luampa, Sambia, 1998
In den 1970er Jahren wurde dieses Missionskrankenhaus im Westen von Sambia gegründet. Es
versorgt ein großes ländliches Einzugsgebiet mit Zehntausenden Menschen und ist Teil eines
Netzwerks sogenannter „mission hospitals“, also kirchlich geprägter Krankenhäuser. Sie ergänzen
oder ersetzen die staatliche Basisversorgung.
Ohne Titel, Luampa, Sambia, 1998
In der Kirche des Missionskrankenhauses. Die Menschen sind dankbar für die medizinische
Versorgung. Die Bevormundung und den Fundamentalismus, der mit der religiösen Praxis oft
einhergeht, nehmen sie in Kauf.
Ohne Titel, Luampa, Sambia, 1998
Das Leichenhaus des Missionskrankenhauses.
Ohne Titel, Găvojdia, Rumänien, 1997
Die Situation in der Psychiatrischen Klinik in Găvojdia (Kreis Timiș) ist nach dem Sturz des Ceaușescu -
Regimes geprägt von extremer Vernachlässigung, Nahrungsmangel und dem Fehlen therapeutischer
Maßnahmen. Die medikamentöse Versorgung beruht teilweise noch auf älteren, stark sedierenden
Psychopharmaka. Neuere und bessere Medikamente sind nur begrenzt verfügbar oder für die
meisten Kranken unerschwinglich. Das führt zu unmenschlichen Lebensbedingungen.
Ohne Titel, Găvojdia, Rumänien, 1997
In vielen psychiatrischen Kliniken werden die Kranken eingesperrt statt therapiert. Oft werden sie
jahrelang isoliert.
Ohne Titel, Găvojdia, Rumänien, 1997
Erst durch internationale Berichte werden die Zustände der psychiatrischen Kliniken in Rumänien
öffentlich.